Der demografische Wandel entwickelt sich für viele Unternehmen zu einer der größten personalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand geht nicht nur die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte zurück. Gleichzeitig droht in vielen Betrieben ein erheblicher Verlust an Erfahrungswissen, gewachsenen Netzwerken und eingespielten Arbeitsabläufen.
Millionen Erwerbstätige scheiden in den kommenden Jahren aus
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland bis 2036 um rund 4,3 Millionen Menschen sinken. Ursache ist vor allem der Renteneintritt der Babyboomer-Generation. Gleichzeitig reichen die nachrückenden Jahrgänge zahlenmäßig nicht aus, um diese Lücke zu schließen.
Jährlich verlassen mehrere Hunderttausend Beschäftigte den Arbeitsmarkt. Die demografische Entwicklung ist damit längst keine Prognose mehr, sondern bereits Realität. Für Unternehmen bedeutet dies einen zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und steigenden Druck auf die Personalplanung.
Der demografische Wandel ist keine Prognose, er ist schon jetzt Realität.
Besonders betroffen sind strukturschwächere Regionen
Eine aktuelle Regionalanalyse zeigt, dass sich die Auswirkungen des Generationenwechsels regional deutlich unterscheiden. In allen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es mittlerweile mehr Beschäftigte kurz vor dem Renteneintritt als junge Berufseinsteiger.
Besonders ausgeprägt ist dieses Ungleichgewicht in vielen ostdeutschen Regionen. Dort kommen teilweise mehr als zwei Beschäftigte über 60 Jahre auf einen potenziellen Nachwuchsmitarbeiter zwischen 20 und 25 Jahren. Aber auch zahlreiche westdeutsche Industrie- und Mittelstandsregionen stehen vor erheblichen personellen Herausforderungen.
Selbst Regionen mit vergleichsweise günstiger Altersstruktur können den bevorstehenden Personalverlust nicht vollständig ausgleichen. Der Unterschied liegt häufig nur im Ausmaß der Belastung.
In einigen Regionen werden in den kommenden Jahren doppelt so viele Menschen in Rente gehen, wie nachrücken.
Auch Süddeutschland ist betroffen
Besonders ist die Situation im Landkreis Spree-Neiße. In der Region rund um Cottbus werden für einen Berufseinsteiger fast drei Menschen in den Ruhestand gehen. Für keinen einzigen Landkreis in Deutschland und in keine kreisfreie Stadt prognostiziert das Institut mehr Berufseinsteiger als Rentengänger.
Während Ostdeutschland insgesamt besonders betroffen wird, dürfte der Fachkräftemangel vor allem in Bayern und Baden-Württemberg schmerzen. Obwohl Bayern insgesamt das günstigste Verhältnis von Berufsanfängern zu Rentengängern unter allen Bundesländern hat, gibt es hier mehrere Landkreise mit ungünstigem Verhältnis, etwa Coburg in Oberfranken (2,4 Rentengänger je Berufseinsteiger) oder Amberg in der Oberpfalz (2,15).
Während im Osten die Arbeitslosigkeit oft hoch ist, herrscht hier ohnehin oft schon Fachkräftemangel. Gerade ländliche Regionen in Bayern wie Coburg und Amberg, aber auch Main-Spessart werden viele Fachkräfte verlieren, obwohl die wirtschaftliche Situation dort gut und die Lebensqualität hoch ist.
Grund dafür ist oft die Abwanderung während des Studiums oder der Ausbildung in die Zentren, etwa nach Nürnberg (1,42) oder München (1,43). Hier ist es die Aufgabe von Personalabteilungen, Fachkräfte von den Vorzügen der Region zu überzeugen.
Besonders herausfordernd ist die Situation für einige süddeutsche Kreise, wo eine hohe Arbeitskräftenachfrage auf viele Rentengänger trifft.
Wissen geht mit dem Ruhestand verloren
Zusätzlichen Druck erzeugt die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung. Viele Beschäftigte planen, vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze aus dem Berufsleben auszusteigen. Gleichzeitig hat sich die Bevölkerungsprognose für Deutschland zuletzt deutlich nach unten korrigiert, unter anderem aufgrund geringerer Zuwanderung.
Dadurch wächst die Lücke zwischen ausscheidenden und nachrückenden Arbeitskräften schneller, als noch vor wenigen Jahren erwartet wurde.
Für Unternehmen endet der Generationenwechsel nicht mit der Neubesetzung einer Stelle. Mit langjährigen Mitarbeitenden verschwinden häufig auch Erfahrungen, die sich nur schwer dokumentieren lassen.
Dazu gehören unter anderem:
- gewachsene Kunden- und Lieferantenbeziehungen,
- informelle Prozesse und betriebliche Routinen,
- technisches Erfahrungswissen,
- Kenntnisse über interne Abläufe sowie
- bewährte Lösungsstrategien für wiederkehrende Probleme.
Dieses sogenannte implizite Wissen lässt sich nur begrenzt in Handbüchern oder Prozessbeschreibungen festhalten. Fehlt es nach dem Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender, können längere Einarbeitungszeiten, höhere Fehlerquoten und Produktivitätseinbußen die Folge sein.
Wenn Mitarbeiter gehen, geht auch Erfahrung verloren.
Rechtzeitig die richtigen Weichen stellen
Der bevorstehende demografische Wandel stellt Personalabteilungen vor neue Herausforderungen. Überlegen Sie rechtzeitig, wie Sie in Rente gehende Arbeitskräfte ersetzen. Dafür brauchen Sie keine C-Mitarbeiter – Sie brauchen qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Mit dem gehirngerechten find-experts®-Ansatz gewinnen Sie die Mitarbeiter, die Sie wirklich wollen und brauchen, gezielt und zeitnah. Nehmen Sie am besten gleich mit uns Kontakt auf.
Quelle: welt.de
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