Endlose Meetings, unnötige Berichte und Mitarbeiter, die beschäftigt wirken, ohne wirklich produktiv zu sein: In vielen Unternehmen geht wertvolle Arbeitszeit verloren. Der Arbeitsforscher Hans Rusinek sieht darin ein grundlegendes Problem der modernen Arbeitswelt. Oft gebe es zu viel Selbstdarstellung via „Fake Work“. Wer das verhindern will, braucht die richtigen Fach- und Führungskräfte.
Fake Work: Wenn Beschäftigung wichtiger wird als Ergebnisse
Deine Mitarbeiter sitzen in Meetings, erstellen Präsentationen und beantworten unzählige E-Mails. Doch wie viel davon bringt dein Unternehmen tatsächlich voran? Genau diese Frage stellt der Arbeitsforscher Hans Rusinek von der Universität St. Gallen. In seinem Buch „Reclaim Work“ beschäftigt er sich damit, warum viele Menschen ihre Arbeit als unbefriedigend erleben.
In einem Interview mit der WELT beschreibt Rusinek ein Phänomen, das er als „Fake Work“ bezeichnet: Tätigkeiten, die vor allem Beschäftigung und Bedeutung demonstrieren, ohne einen entsprechenden Nutzen zu schaffen.
Gerade in Bürojobs verbringen Mitarbeiter viel Zeit mit Berichten, Abstimmungen und Präsentationen. Das Problem ist nicht, dass diese Tätigkeiten grundsätzlich überflüssig wären. Entscheidend ist, ob sie tatsächlich zu besseren Ergebnissen führen.
Gute Führungskräfte schaffen Freiräume für produktive Arbeit
Wer ständig unterbrochen wird, kann sich kaum auf anspruchsvolle Aufgaben konzentrieren. Rusinek verweist darauf, dass Beschäftigte in deutschen Bürojobs im Durchschnitt alle vier Minuten unterbrochen werden. Gleichzeitig benötigen sie mehrere Minuten, um wieder konzentriert arbeiten zu können.
Hier zeigt sich, welchen Unterschied Führungskräfte machen können. Sie entscheiden mit darüber, ob Mitarbeiter ungestört arbeiten können oder ihre Zeit in ständigen Abstimmungen verlieren.
Eine leistungsfähige Führungskraft hinterfragt deshalb bestehende Abläufe: Welche Meetings sind wirklich notwendig? Welche Berichte liefern entscheidungsrelevante Informationen? Und welche Aufgaben kosten Zeit, ohne einen erkennbaren Mehrwert zu schaffen?
Gerade im
technischen Mittelstand, wo Personalressourcen häufig begrenzt sind, ist diese Fähigkeit wichtig. Du brauchst Führungskräfte, die Prioritäten setzen, Verantwortung übertragen und Hindernisse beseitigen – statt zusätzliche Bürokratie zu schaffen.
Mitarbeiter demotivieren? Oft liegt es an der Führung
Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in die Motivation ihrer Mitarbeiter. Doch Rusinek empfiehlt einen anderen Ansatz: Statt immer neue Motivationsmaßnahmen einzuführen, sollten Führungskräfte zunächst herausfinden, wodurch ihre Mitarbeiter demotiviert werden.
Das können unnötige Vorschriften, fehlende Entscheidungsspielräume oder Arbeitsabläufe sein, die den Beschäftigten das Gefühl geben, nichts bewirken zu können.
Besonders problematisch wird es, wenn Vorgesetzte diese Hindernisse gar nicht wahrnehmen. Wer ausschließlich aus der eigenen Führungsperspektive denkt, übersieht möglicherweise, was Mitarbeiter im Alltag belastet.
Eine gute Führungskraft muss deshalb zuhören, Probleme erkennen und bereit sein, bestehende Regeln zu verändern. Sie schafft Bedingungen, unter denen qualifizierte Mitarbeiter ihre Fähigkeiten tatsächlich einsetzen können. Denn
selbst A-Mitarbeiter können ihr Potenzial nicht entfalten, wenn schlechte Führung sie ausbremst.
Fachliche Spitzenkräfte sind nicht automatisch gute Chefs
Wer fachlich hervorragende Leistungen erbringt, ist deshalb noch lange keine gute Führungskraft. Trotzdem werden Mitarbeiter häufig befördert, weil sie in ihrer bisherigen Position besonders erfolgreich waren. Ob sie auch Teams führen, Konflikte lösen und Verantwortung delegieren können, ist eine andere Frage. Gerade diese Herausforderungen können im neuen Job aber entscheidend sein.
Rusinek kritisiert zudem die überhöhten Erwartungen an Führungskräfte. Sie sollen gleichzeitig technische Experten, strategische Denker, psychologische Coaches und hervorragende Organisatoren sein.
Für die Personalauswahl ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz: Du brauchst ein klares Erfolgsprofil, das zwischen fachlicher Expertise und tatsächlicher Führungskompetenz unterscheidet. Zuerst solltest du dabei wissen was die zu besetzende Stelle am meisten braucht. Die „Eierlegende Wollmilchsau“ kann niemals die Lösung sein.
Kann ein Kandidat Mitarbeiter entwickeln? Schafft er klare Verantwortlichkeiten? Erkennt er unnötige Prozesse? Und ist er in der Lage, die Leistung seines Teams zu verbessern, statt nur seine eigene Karriere voranzutreiben?
Genau solche Fragen gehören in eine professionelle Auswahl von A-Führungskräften.
Warum A-Führungskräfte für dein Unternehmen entscheidend sind
Eine schwache Führungskraft beeinträchtigt nicht nur die eigene Leistung. Sie kann ein ganzes Team ausbremsen. Umgekehrt schafft eine starke Führungskraft die Voraussetzungen dafür, dass viele Mitarbeiter bessere Ergebnisse erzielen.
Gerade deshalb solltest du dich bei der Besetzung wichtiger Führungspositionen nicht mit einem C-Mitarbeiter zufriedengeben. Eine Position möglichst schnell zu besetzen, ist kein Erfolg, wenn die falsche Person anschließend Motivation, Produktivität und Zusammenarbeit beeinträchtigt.
Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz bleibt gute Führung entscheidend. Rusinek warnt davor, erfahrene Mitarbeiter vorschnell durch KI ersetzen zu wollen. Seine Einschätzung: Wenn alle Unternehmen ähnliche Technologien einsetzen, werden weiterhin die Menschen den Unterschied machen.
Für dich bedeutet das: Du brauchst Führungskräfte, die neue Technologien sinnvoll nutzen und gleichzeitig die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln.
Die richtigen Führungskräfte finden – statt Fehlbesetzungen riskieren
Gute Führung entsteht nicht automatisch durch einen beeindruckenden Lebenslauf oder langjährige Berufserfahrung. Entscheidend ist, ob ein Kandidat die fachlichen, persönlichen und sozialen Voraussetzungen mitbringt, um dein Unternehmen erfolgreich zu führen.
Eine professionelle Beratung und vor allem Unterstützung sollte deshalb mehr leisten, als geeignete Lebensläufe zusammenzustellen. Sie muss verstehen, welche Herausforderungen deine Führungskräfte bewältigen sollen, welche Kompetenzen dafür notwendig sind und welche Kandidaten tatsächlich zu deinem Unternehmen passen.
Genau hier setzt find-experts® an: mit einem klaren Erfolgsprofil, einer gezielten Suchstrategie und einem systematischen Soll-Ist-Abgleich, der hilft, Fehlbesetzungen zu vermeiden.
Für dein Unternehmen brauchst du A- und keine C-Mitarbeiter – gerade in Führungspositionen. Mit dem gehirngerechten find-experts®-Ansatz gewinnst du die qualifizierten Fach- und Führungskräfte, die du wirklich willst und brauchst, gezielt und zeitnah. Nimm am besten gleich mit uns Kontakt auf.
Quelle: WELT
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